Botanischer Garten und Botanisches Museum, Berlin-Dahlem Botanischer Garten und Botanisches Museum, Berlin-Dahlem

Botanisches Museum - Galerieausstellung

Georg Schweinfurth

29. 12. 1836 – 19. 9. 1925

Unveröffentlichte botanische Zeichnungen

Ausstellung zum 175. Geburtstag

1. Dezember 2011 – 4. März 2012

Webpräsentation: Georg Schweinfurth – Sammlung botanischer Zeichnungen im BGBM

Erstmals zeigt das Botanische Museum aus eigenen Beständen eine repräsentative Auswahl von Original-Pflanzenzeichnungen des Botanikers und Afrikaforschers Georg Schweinfurth. Anlass ist der 175. Geburtstag dieses äußerst vielseitigen Forschers, der ein Leben als Privatgelehrter in Kairo einer Universitätskarriere in Deutschland vorzog. Als hervorragender Zeichner dokumentierte er Zeit seines Lebens seine ethnographischen, archäologischen, zoologischen und botanischen Forschungsobjekte. Schon zu Lebzeiten überließ er dem Botanischen Garten und Botanischen Museum Berlin-Dahlem seine Sammlung von botanischen Zeichnungen, von denen nur einzelne in seinem wissenschaftlichen Werk   publiziert wurden. Schweinfurths Pflanzenzeichnungen überstanden die Bombentreffer auf das Museum im 2. Weltkrieg nur mit starken Löschwasserschäden. Mittel für die Restaurierung des brüchigen Materials waren bisher nicht verfügbar. Die Ausstellung zum Schweinfurth-Jubiläum zeigt 78 der rund 600 erhalten gebliebenen Originale. Zur gleichen Zeit geht Schweinfurths komplette Sammlung botanischer Zeichnungen in einer Internetpräsentation des Botanischen Gartens und Botanischen Museums Berlin-Dahlem online. Ausstellung und Internetpräsentation wurden maßgeblich durch den »Fördererkreis der naturwissenschaftlichen Museen Berlins e.V.« finanziert.
     
     
Schweinfurth zeichnete Pflanzen nicht für ihre spätere Darstellung in einem botanischen Prachtwerk. Die Zeichnungen lieferten ihm Informationen, die so nicht in den als Herbarbelegen getrockneten Pflanzenproben enthalten oder leicht zugänglich sind. Dies wird sowohl in der Auswahl der Objekte als auch in der charakteristischen Art der Zeichnungen deutlich: Schweinfurth dokumentierte etwa Wasserpflanzen, spezielle Wuchsformen wie »Flaschenbäume«, Früchte,   unterirdische Pflanzenteile und saftreiche Pflanzen wie Aloe und Wolfsmilch. Oft sind einzelne, auch kleinste Elemente im Detail dargestellt und beschriftet. Der Zusammenhang mit Herbarbelegen ist über die Angabe der Sammelnummer oder des Fundortes und des Datum festgehalten. Damit sind Schweinfurths botanische Zeichnungen auch heute noch von großem wissenschaftlichem Wert.
     
     
Schweinfurth zeichnete stets mit bloßem Auge, auf ganz unterschiedlichen Papierformaten mit schwarzer Tinte und selbst zugeschnittenen Gänse- oder Putenfedern, mit Bleistiften, mit Pinseln und Aquarellfarben oder Pastellkreiden. Seine Pflanzenzeichnungen sind keine Skizzen, sondern Reinzeichnungen, die meist auf den Forschungsreisen   direkt vor Ort in einem Stück entstanden. Schweinfurths Forschungsreisen konzentrierten sich auf den Nordosten des afrikanischen Kontinentes: Ägypten, Sudan, Eritrea, Südsudan und den nordöstlichen Kongo. Weitere Reisen führten ihn nach Algerien, in den Libanon, in den Jemen und auf den Sokotra-Archipel.
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